Erfolgreiche Genossenschaftsidee in einem herausfordernden Umfeld

Die Volksbanken und Raiffeisenbanken in Stadt und Landkreis Rosenheim waren auch im Jahr 2016 erfolgreich

Rosenheim, 06. April 2017

Zahlen im Überblick

·         Bilanzsumme: 5.026 Mio. Euro (+3,2 %)

·         Kundenkredite und Anlagen: 10.089 Mio. Euro (+ 5,9 %)

·         Mitarbeiter: 1.081 davon 112 Auszubildende

·         Mitglieder: 84.930 (+2.468)

·         Bankstellen: 76

·         Lagerhäuser: 6

Die Vorstände der fünf Volksbanken und Raiffeisenbanken in Stadt und Landkreis Rosenheim berichteten über eine positive Entwicklung im Geschäftsjahr 2016. Sowohl im Einlagengeschäft, wie auch im Kreditbereich konnte ein Plus verzeichnet werden. Das betreute Kundenvolumen, also die Summe des bilanziellen und des außerbilanziellen Kundenvolumens, ist insgesamt um 564 Mio. Euro und somit um 5,9 Prozent auf 10.089 Mio. Euro gestiegen. Die kumulierte Bilanzsumme aller fünf Genossenschaftsbanken im Kreisverband erhöhte sich um 3,2 Prozent auf 5.026 Mio. Euro. Auch das Eigenkapital konnte im Jahr 2016 um 4,5 Prozent auf 660 Mio. Euro aufgestockt werden.

Herausforderungen für die Kunden und die Volksbanken Raiffeisenbanken

„Auf Veränderungen zu hoffen, ohne etwas dafür zu tun, ist wie am Bahnhof zu stehen und auf ein Schiff zu warten“ zitierte Hubert Kamml der Vorsitzende des Kreisverbandes einen unbekannten Autor.

Die Regulierungsanforderungen, die Niedrigzinssituation und die weltweiten politischen Unsicherheiten stellen auch die Regionalbanken vor große Herausforderungen. Der aktuell schriftlich beantragte Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union wird die europäische Einheit stark fordern. Zudem wird dieses Jahr in weiteren europäischen Ländern gewählt. In Frankreich der Präsident und die Nationalversammlung. In der Türkei findet eine Volksabstimmung zur weiteren Stärkung der Rechte des Staatspräsidenten Erdogan statt. In Spanien und Italien sind Wahlen möglich. „Hier handelt es sich um sehr wichtige Handelspartner unseres Landes. Wie sich die Situation bei weiteren populistischen Ergebnissen entwickelt, kann niemand vorhersagen“, so Hubert Kamml.

Die anhaltende Niedrigzinsphase und die hohen Kostenbelastungen durch die Regulierung generieren immer kuriosere Ausprägungen in der Bankenlandschaft. Negativzinsen sind in aller Munde. Gebühren- erhöhungen sind für manche Banken ein Ausweg, um die sinkenden Ertragslagen der Häuser auszugleichen. „Aus diesem Grund ist es wichtig, neue Geschäftsfelder mit entsprechenden Ertragsmöglichkeiten zu erschließen. Die kleineren Banken müssen von der überbordenden Regulatorik entlastet werden, um den Kunden weiterhin ein faires Preis- Leistungsverhältnis bieten zu können“ so Christian Trattner, stellvertretender Vorsitzender des Kreisverbandes

Wachsende genossenschaftliche Gemeinschaft

Das Geschäftsmodell der Genossenschaftsbanken steht für Werte, Nachhaltigkeit und Transparenz. „Die große Stärke der Genossenschafts-banken ist die Möglichkeit der Mitgliedschaft, die es jedem Teilhaber ermöglicht mitzubestimmen und seine Bank mitzugestalten. Dieses Modell ist heute noch mindestens genauso zeitgemäß und zukunftsfähig wie vor über 150 Jahren. Bestätigung findet der genossenschaftliche Grundgedanke in der Auszeichnung zum Immateriellen Weltkulturerbe durch die UNESCO“, so Hubert Kamml. Im Geschäftsjahr 2016 ist die Anzahl der Mitglieder und damit Eigentümer der Banken um 2.468 auf 84.930 Menschen angewachsen.

Kreditgeschäft als Zugpferd des Wachstums

Die positive Entwicklung im Kreditgeschäft konnte in 2016 mit einem Spitzenwert fortgesetzt werden. Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Ausleihungen um 7,9 Prozent auf 3.701 Mio. Euro an. Die starke Rolle der Volksbanken und Raiffeisenbanken als Kreditgeber zeigt sich auch darin, dass in 2016 knapp die Hälfte der Förderzusagen der LfA Förderbank Bayern von Genossenschaftsbanken ausgereicht wurden. „Diese Kooperation ist ein Erfolgsmodell für den bayerischen Mittelstand. Als Hausbank vieler Mittelständler tragen wir maßgeblich dazu bei, dass die Fördermittel an der richtigen Stelle ankommen“, berichtet Hubert Kamml stolz.

Kundenanlagen steigen in allen Bereichen

„Aufgrund der weiter anhaltenden Niedrigzinsen wächst die Bedeutung von alternativen Anlagemöglichkeiten für unsere Kunden stetig. „Die hoch- qualifizierte, genossenschaftliche Beratung ist hier wesentlicher Schlüssel und Erfolgsfaktor für eine kundenoptimierte Geldanlage“, so Hubert Kamml. Das betreute Kundenanlagevolumen der Kreisverbandsbanken wuchs um 4,7 Prozent auf 5.956 Mio. Euro.

Soziale Verantwortung für die Region

„Als Regionalbanken sehen wir uns in der Pflicht, die Region und die Menschen vor Ort zu unterstützen und einen Teil unseres Erfolges zurückzugeben“, betont Hubert Kamml. Im Geschäftsjahr 2016 wurden von den Genossenschaftsbanken 400 TEUR für Spenden- und Sponsoring- maßnahmen in den Bereichen Soziales, Bildung, Sport und Kultur zur Verfügung gestellt. Die Volksbanken und Raiffeisenbanken in Stadt und Landkreis Rosenheim beschäftigen insgesamt 1.081 Mitarbeiter. Mit 112 Auszubildenden liegt die Quote von 10,4 Prozent über dem bayernweiten Schnitt von 8,4 Prozent.

Die fünf Banken haben im Jahr 2016 insgesamt über 8,5 Mio. Euro an Gewerbesteuer bezahlt. Damit gehören sie zu den soliden und großen Steuerzahlern in Stadt und Landkreis Rosenheim. Im Rahmen von Renovierungs- und Instandhaltungsarbeiten in den Filialen und die Inanspruchnahme von Dienstleistungen konnten Aufträge in Höhe von 9 Mio. Euro in der Region vergeben werden.

Zukunft der Region sichern

Das solide Wachstum zeigt, dass die Volksbanken und Raiffeisenbanken in Stadt und Landkreis Rosenheim sehr gut für die Herausforderungen aufgestellt sind, so die Vorstände. „Wir werden nicht im Bahnhof stehen und auf ein Schiff warten, wir werden uns den Aufgaben stellen und die nötigen Veränderungen aktiv vorantreiben und somit für unsere Region weiterhin einen wesentlichen Faktor bilden“, so Hubert Kamml. Aus kaufmännischen Gesichtspunkten müssen ständig alle Bereiche hinterfragt werden. Die Entwicklungen in der Digitalisierung finden in sehr hoher Geschwindigkeit statt. „Die Menschen in der Region können sich darauf verlassen, dass wir dieses Tempo mitgehen werden und neben unserem Geschäftsstellennetz auch im digitalen Umfeld kompetenter Partner für unsere Mitglieder und Kunden sein werden“, so Hubert Kamml.  

Die Vorstände der Volksbanken und Raiffeisenbanken aus Stadt und Landkreis Rosenheim
Von links: Hubert Kamml, Volksbank Raiffeisenbank Rosenheim-Chiemsee eG, Werner Strasser, Raiffeisenbank Tattenhausen-Großkarolinenfeld eG, Christian Trattner, Raiffeisenbank Aschau-Samerberg eG, Anton Wendlinger, Raiffeisenbank Oberaudorf eG, Ulrich Maier, Raiffeisenbank Griesstätt-Halfing eG

Weitere Informationen

Kreisverband

Interessenvereinigung der Volksbanken und Raiffeisenbanken in Stadt und Landkreis Rosenheim.

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