"Man darf sich nicht überschätzen".

Auzubildender Markus Baersch engagiert sich bei der Freiwilligen Feuerwehr Grassau

Rosenheim, 12. Oktober 2015

Wenn es brennt oder ein Autofahrer in seinem Pkw eingeklemmt ist, kommt im Optimalfall nach wenigen Minuten Hilfe. Fast immer sind die Einsatzkräfte von der Freiwilligen Feuerwehr, denn in Bayern leisten sich gerade einmal sieben Städte eine Berufswehr. Einer der ehrenamtlichen Helfer, die Tag für Tag in Alarmbereitschaft sind, heißt Markus Baersch. Der 20-Jährige absolviert eine Ausbildung zum Bankkaufmann bei der Volksbank Raiffeisenbank Rosenheim-Chiemsee und befindet sich derzeit im dritten Lehrjahr. Wie auch viele andere junge Leute kam Markus Baersch zum ersten Mal durch ein Schülerpraktikum mit der Bank in Kontakt. „Das hat mir so gut gefallen, dass ich mich direkt um einen Ausbildungsplatz beworben habe“, sagte er. In der Freiwilligen Feuerwehr Markt Grassau engagiert sich Baersch schon seit seinem 14. Lebensjahr. Damals trat er der Jugendfeuerwehr bei. Nachdem er die Grundausbildung durchlaufen hatte, wurde er mit 18 Jahren in die reguläre Wehr aufgenommen. Kurze Zeit später ließ er sich zum Atemschutzgeräteträger ausbilden. In einem zweiwöchigen Lehrgang lernte Baersch alles, was man wissen muss, wenn man mit Atemschutzmaske und schweren Pressluftflaschen auf dem Rücken einen Brand bekämpft oder Menschen rettet und dabei wegen des Qualms die eigene Hand vor Augen nicht sieht. Die Entscheidung war gut überlegt. „Mich hat diese Tätigkeit schon immer fasziniert“, sagte der Azubi. Doch auch andere Gründe spielten eine Rolle: „Es ist ziemlich anstrengend, das Pressluftgerät zu tragen, daher werden für diese Aufgabe immer Freiwillige gesucht“, sagte Baersch.

Um für den Ernstfall vorbereitet zu sein, gibt es bei der Freiwilligen Feuerwehr Markt Grassau, ähnlich wie bei anderen Wehren, alle zwei Wochen Übungen. Die Helfer üben den Ernstfall unter anderem mit einem Rauchgenerator oder in einem Brandcontainer. Baersch weiß, dass neben dieser praktischen Vorbereitung das mentale Training mindestens genauso wichtig ist. "Im Fall der Fälle braucht man starke Nerven und darf sich nicht überschätzen. Außerdem sei es wichtig, stets die Einsatzleitung über die Situation vor Ort zu unterrichten."

Extremfälle sind selten

Häufig musste sich Baersch in solchen Ausnahmesituationen aber noch nicht bewähren. „Glücklicherweise“, sagt er. Zwar kommt auch die Feuerwehr in Grassau pro Jahr auf 110 bis 120 Einsätze, die meisten laufen aber glimpflich ab. Mal entfernen die Einsatzkräfte Ölspuren, mal zersägen sie umgestürzte Bäume oder öffnen verschlossene Türen für die Rettungssanitäter.

Baersch kann sich vorstellen, noch lange bei der Feuerwehr zu bleiben. Obwohl er manchmal auch während der Arbeitszeiten einsatzbereit sein muss, lassen sich das Ehrenamt und seine Ausbildung gut miteinander vereinbaren. „Es ist von Vorteil, dass wir immer erst nach der Arbeit üben“, sagt er.

Die Ausbilder der Volksbank Raiffeisenbank Rosenheim-Chiemsee freuen sich über das Engagement. Andrea Leder aus der Personalabteilung betont, dass es im Sinne der genossenschaftlichen Werte sei, wenn sich die Auszubildenden auch in der Freizeit sozial engagieren. Leder: „Gerne unterstützen wir sie hier soweit möglich.“

Markus Baersch ist seit seinem 14. Lebensjahr bei der Freiwilligen Feuerwehr Markt Grassau. Foto: Genossenschaftsverband Bayern

Quelle: Profil 10/2015
Autor: Christof Dahlmann