Starke Bank von hier: Bilanz der Volksbank Raiffeisenbank Rosenheim-Chiemsee eG

Wachstum durch Beratungsqualität

Rosenheim, 19. Februar 2016

Der Vorstand der Volksbank Raiffeisenbank Rosenheim-Chiemsee eG berichtete zufrieden über das Jahr 2015. Die Bilanzsumme wuchs um 3,4 Prozent (134 Millionen Euro) auf 4.122 Millionen Euro. Insgesamt werden nun Kundenanlagen und Kredite in Höhe von über 8.347 Millionen Euro für über 200.000 Kunden betreut. Die Eigenkapitalbasis konnte weiter gestärkt werden. Vorstandssprecher Hubert Kamml zog ein einfaches Fazit: „Ich bin stolz auf die Leistung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.“ Das im Vergleich mit den bayerischen und deutschen Genossenschaftsbanken überdurchschnittliche Betriebsergebnis führte er maßgeblich auf die Erfolge in der Kundenberatung zurück.

Roland Seidl, der zum 01.01.2016 in den Vorstand aufgerückt ist, erläuterte die Beratungsphilosophie der Bank. Für alle Mitarbeiter gelten hohe Standards, die Seidl unter dem Begriff Genossenschaftliche Beratung zusammenfasste. Der klare Fokus auf Qualität spiegelt sich in unabhängigen Untersuchungen wider. Besonders freute sich Seidl darüber, dass die Bank im Jahr 2015 zum sechsten Mal in Folge den ersten Platz im Rosenheimer Kundenspiegel erreichen konnte. Für diesen werden in einer unabhängigen und repräsentativen Umfrage die Kriterien Beratungsqualität, Preis-Leistungs-Verhältnis und Freundlichkeit bewertet.

70.000stes Mitglied begrüßt

Im Jahr 2015 konnte die Volksbank Raiffeisenbank Rosenheim-Chiemsee eG ihr 70.000stes Mitglied begrüßen. Mitglieder sind Teileigentümer der Genossenschaftsbank, deren Gesamtzahl zum Jahresende auf 71.254 angestiegen ist. Jeder fünfte Einwohner im Geschäftsgebiet der Bank ist Miteigentümer. "Genossenschaften sind Wertegemeinschaften, bei denen jedes Mitglied, unabhängig vom Kapitalanteil, das gleiche Stimmrecht hat.", erläuterte Hubert Kamml.

Herausforderndes Umfeld

Zahlreiche globale Entwicklungen bestimmen die Kapitalmärkte und damit auch die Kreditwirtschaft in Deutschland. Dazu zählen die Börsenturbulenzen in China, das im vergangen Jahrzehnt zu den führenden Wirtschaftsmächten der Welt aufgeschlossen hat. Ferner hat der Ölpreis ein 20-Jahrestief erreicht. Dominierend aus Bankensicht ist jedoch die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank. Zusätzlich zum Leitzins von 0,05 Prozent werden seit März 2015 jeden Monat Anleihen über 60 Milliarden Euro von der Zentralbank gekauft. "Diese Politik des billigen Geldes schadet unseren Sparern.", so Hubert Kamml. Die Niedrigzinsen belasten auch das Ergebnis der Banken. Der Druck sei im Wettbewerb durch Sparmaßnahmen spürbar. Vor diesem Hintergrund betonte Kamml, dass die Volksbank Raiffeisenbank Rosenheim-Chiemsee eG weiterhin die „Starke Bank von hier“ bleibe. In den Landkreisen Rosenheim, Traunstein, Miesbach und Mühldorf unterhält die Bank 68 Geschäftsstellen und 8 SB-Stellen. Für Instandhaltungs- und Erweiterungsmaßnahmen investiert die Bank laufend. Insgesamt wurden im Jahr 2015 Aufträge in Höhe von fünf Millionen Euro an Betriebe aus der Region vergeben. Zu den laufenden Projekten zählt beispielsweise der Neubau der Geschäftsstelle in Schechen.

Digitalisierung

Die Tatsache, dass allein in 2015 weltweit fast zwei Milliarden Smartphones verkauft wurden, zeigt wie wichtig der Ausbau digitaler Dienstleistungen ist, um die Kundennähe zu stärken. Eines der wichtigsten Projekte war die Einführung des neuen Online-Bezahlverfahrens paydirekt. "Mit Sicherheit und Datenschutz nach deutschem Standard und einfacher Bedienung bieten wir hier eine echte Alternative." so Roland Seidl. In der aktuell laufenden Startphase habe besonders die Gewinnung von Händlern für das System oberste Priorität.

Das Online-Postfach bietet nicht nur den Empfang von Kontoauszügen, sondern ermöglicht einen kompletten Datenaustausch zwischen Kunde und Berater auf einem vertraulichen Kanal. Speziell für Smartphones wurde ein neues App-basiertes TAN-Verfahren für das Online-Banking eingeführt. Kunden können so den vollen Service der Bank auch mobil nutzen.

Die Bank hat 2015 weiter in ihr Servicecenter investiert. Neben dem Dienstleistungszentrum Bad Aibling wurde in Grassau ein zweiter Standort eingerichtet, an dem Mitarbeiter für Kunden telefonisch Aufträge entgegen nehmen und Termine vereinbaren.

Kreditgeschäft weiter ausgebaut

Vorstand Dr. Walter Müller hob die Bedeutung solider Beratung im Kreditgeschäft hervor. "Mit den Immobilienpreisen wachsen auch die Finanzierungssummen. Bauherren brauchen ein solides Gesamtkonzept. Wir vergeben ein Darlehen nur dann, wenn es sich der Kunde auch langfristig leisten kann.", so Müller. Verbraucherschutz sei für die Bank selbstverständlich. Den Nutzen der aktuell zur Umsetzung anstehenden Wohnimmobilienkreditrichtlinie der EU für die Kunden sieht er dagegen kritisch.

In 2015 wurden über 720 Millionen Euro Neukredite ausgereicht für 5.500 private und gewerbliche Investitionsvorhaben. Die Ausleihungen wuchsen um 3,4 Prozent auf 2.903 Millionen Euro. Deutschlandweit gewannen die Genossenschaftsbanken vor allem bei den Firmenkrediten Marktanteile hinzu. Dies liegt nicht zuletzt an der intensiven Beratung zu Förderkrediten wie beispielsweise der LfA Förderbank Bayern. Kredit- und Leasingangebote können auf der Homepage der Volksbank Raiffeisenbank auch direkt online angefordert werden.

Absage an europäische Einlagensicherung

"Unternehmen und Privatkunden verlassen sich zu Recht darauf, dass ihre Einlagen bei uns gut aufgehoben sind", sagte der stellvertretende Vorstandssprecher Mirko Gruber. Umso vehementer lehnt die Bank die Vorschläge der EU-Kommission für eine gemeinsame europäische Einlagensicherung ab: "Es entsteht nicht mehr Finanzstabilität, wenn solide Banken und ihre Sicherungstöpfe dafür herhalten müssen, Defizite in anderen Ländern Europas auszugleichen." Gruber appellierte an die Bundesregierung, ihre ablehnende Haltung zu den Kommissionsplänen beizubehalten und sich für den Erhalt des bewährten Schutzniveaus einzusetzen.

"Seit 80 Jahren schützt die Sicherungseinrichtung der Volksbanken Raiffeisenbanken die Einlagen aller Kunden vollumfänglich.", so Gruber. Insgesamt stiegen die bilanziellen Kundengelder um 3,2 Prozent auf 3.143 Millionen Euro. Dieses Wachstum sei Ergebnis der besonderen Sicherheit.

Erfolgreich verlaufen ist auch die Beratung in Wertpapieranlagen und Versicherungen. Hier hat der Bereich Vermögensaufbau und Altersvorsorge eine hohe Bedeutung. Speziell im Versicherungsbereich zeigt sich ein Trend der Digitalisierung: Die Nachfrage nach Policen, mit denen sich zum Beispiel Unternehmen gegen Schäden aus dem Bereich der IT-Sicherheit schützen können, nimmt zu.

Steigende Immobilienpreise

Durch die VR Immobilien GmbH wurden knapp 200 Objekte im Wert von rund 65 Millionen Euro erfolgreich vermittelt. Die Immobilienpreise in der Region steigen seit Jahren kontinuierlich. "Die Niedrigzinsen erleichtern die Darlehensaufnahme und machen gleichzeitig Immobilien als Geldanlage interessanter.", erklärte Mirko Gruber. Für Verkäufer sei es wichtig, sich von einem professionellen Makler unterstützen zu lassen, um den optimalen Verkaufspreis zu erzielen.

Verantwortung für Mitarbeiter und Region

Die Bank hat in 2015 über 695.000 Euro und über 4.150 Arbeitstage in die Aus- und Fortbildung der Mitarbeiter investiert. "Der Erfolg zeigt sich darin, dass wir verantwortungsvolle Stellen mit eigenen Nachwuchskräften besetzen können. Unsere Mitarbeiter haben sichere Arbeitsplätze mit sehr guten Perspektiven." so Hubert Kamml. In einer Untersuchung durch die Hochschule Rosenheim wurde der Bank zudem ein ausgezeichnetes Betriebsklima bescheinigt.

Zum Jahresende waren 110 junge Menschen in Ausbildung. Die Bank trägt nicht nur als Arbeitgeber, sondern auch als Steuerzahler zur Wertschöpfung und Kaufkraft in der Region bei. So profitieren die Kommunen des Marktgebiets unter anderem von knapp sieben Millionen Euro Gewerbesteuer der Bank.

Zur Unterstützung von Bildung, Sport, Sozialem und Kultur wurden 340.000 Euro im Jahr 2015 an Spenden und Sponsoring bereitgestellt. Zusätzlich wurde das Grundstockvermögen der von der Bank geförderten Stiftungen um eine Million Euro auf insgesamt 6,5 Millionen Euro ausgeweitet.

Veränderungen in Aufsichtsrat und Vorstand

Zum Ende des Geschäftsjahres 2015 ist Vorstandssprecher Konrad Irtel nach 28 Jahren in den Ruhestand gegangen. Für seine Verdienste um die Bank sowie um das deutsche Genossenschaftswesen wurde Irtel mit der Raiffeisen/Schulze-Delitzsch-Medaille in Gold die höchste Auszeichnung der Genossenschaftsorganisation zuteil. Seit 01.01.2016 setzt sich der Vorstand der Volksbank Raiffeisenbank wie folgt zusammen: Hubert Kamml, Sprecher, Mirko Gruber, stellvertretender Sprecher, Klaus Hatzel, Dr. Walter Müller, Roland Seidl und Dr. Mario Voit.

Mit der Wahl im Rahmen der Vertreterversammlung 2015 wurde der Aufsichtsrat der Volksbank Raiffeisenbank Rosenheim-Chiemsee eG nach den Regeln des Drittelbeteiligungsgesetzes gebildet. Der Aufsichtsrat besteht damit aus zwölf ehrenamtlichen Anteilseignervertretern und sechs Arbeitnehmervertretern. Den Vorsitz des Aufsichtsrates übernahm zum 01. Januar 2016 Herr Prof. Dr. Josef Stadler. Bürgermeister Felix Schwaller ist stellvertretender Vorsitzender.

Ausblick

Die Bank wird in 2016 ihr 125-jähriges Jubiläum feiern. "Der Erfolg dieser langen Zeit ist das Ergebnis klarer Prinzipien, die auch für 2016 weiter gelten: Nähe zu unseren Kunden, ein hoher Qualitätsanspruch und ein konsequenter Blick auf die Anforderungen der Zukunft.", fasst Hubert Kamml zusammen.

Presskonferenz 2016 in Rosenheim
Dr. Walter Müller, Vorstandssprecher Hubert Kamml, stellvertretender Vorstandssprecher Mirko Gruber, Roland Seidl (von links)