Erfolgreiche Mittelstandsbanken

Die Volksbanken und Raiffeisenbanken in Stadt und Landkreis Rosenheim sind im Jahr 2015 weiter gewachsen

Rosenheim, 8. April 2016

Die Vorstände der fünf Volksbanken und Raiffeisenbanken in Stadt und Landkreis Rosenheim berichteten über eine positive Entwicklung im Geschäftsjahr 2015. Sowohl im Einlagengeschäft, wie auch im Kreditbereich konnte ein Plus verzeichnet werden. Das betreute Kundenvolumen, also die Summe des bilanziellen und des außerbilanziellen Kundenvolumens, ist insgesamt um 415 Mio. Euro und somit um 4,6 Prozent auf 9.525 Mio. Euro gestiegen. Die kumulierte Bilanzsumme aller fünf Genossenschaftsbanken im Kreisverband erhöhte sich um 3,9 Prozent auf 4.869 Mio. Euro. Auch das Kernkapital konnte im Jahr 2015 um 9,5 Prozent auf 520 Mio. Euro aufgestockt werden.

Regulierung belastet Mittelstand und Banken
Die zunehmenden Regulierungsanforderungen machen Regionalbanken das Leben zunehmend schwer. Der Vorsitzende des Kreisverbandes, Hubert Kamml, brachte Widersprüche auf den Tisch: „Die Europäische Zentralbank versucht ohne Erfolg, mit Strafzinsen und einer Geldschwemme die Kreditvergabe anzuheizen. Demgegenüber machen die EZB und die Europäische Union die Kreditvergabe durch immer neue Regulierungshürden zunehmend schwerer.“ Die Niedrigzinsen seien kein Geschenk der Zentralbank, sondern bedeuten für Deutschland einen volkswirtschaftlichen Schaden. Sparguthaben werden nicht mehr verzinst, Unternehmen ächzen unter steigenden Lasten für Pensionszusagen. Ein Vorteil ergebe sich vor allem für hoch verschuldete Staaten, „und zwar in dreistelliger Milliardenhöhe“, so zitiert Kamml aus einer Studie der genossenschaftlichen Zentralbank.

Der personelle und finanzielle Aufwand, der den Banken durch die neuen Gesetze entsteht, ist immens. Kunden reagieren vor den Papierbergen, die selbst einfache Geschäfte erforderlich machen, mit Kopfschütteln. Die Pläne zur Vereinheitlichung der Einlagensicherung verunsicherten zudem viele Kunden, obwohl das bewährte Sicherungssystem der Volksbanken und Raiffeisenbanken die Kundeneinlagen seit über 80 Jahren vollumfänglich schützt. Die Volksbanken und Raiffeisenbanken sehen die deutsche Politik in der Pflicht, diesen Plänen Einhalt zu gebieten.

Wachsende Gemeinschaft
Das Geschäftsmodell der Genossenschaftsbanken steht für Werte, Nachhaltigkeit und Transparenz. „Die größte Stärke der Banken ist aber die Mitgliedschaft, die es jedem Teilhaber ermöglicht mitzubestimmen und seine Bank mitzugestalten. Dieses Modell ist heute noch genauso zeitgemäß und zukunftsfähig wie vor über 150 Jahren“, so Hubert Kamml. Im Geschäftsjahr 2015 ist die Anzahl der Mitglieder und damit Eigentümer der Banken um knapp 2.689 auf 82.462 Menschen angewachsen.

Ausweitung der Kreditvergabe
Die positive Entwicklung im Kreditgeschäft konnte auch 2015 fortgesetzt werden. Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Ausleihungen um 4,0 Prozent auf 3.429 Mio. Euro an. Die starke Rolle der Volksbanken und Raiffeisenbank als Kreditgeber des Mittelstands zeige sich bei den zusammen mit der LfA-Förderbank vergebenen Darlehen. In diesem beratungsintensiven Geschäft führen die Genossenschaftsbanken bayernweit sowohl im Kreditvolumen als auch bei der Stückzahl der Kredite in 2015.

Kundenanlagen steigen in allen Bereichen
Aufgrund der Niedrigzinsen wächst die Bedeutung von alternativen Anlagemöglichkeiten für die Kunden stetig. Kamml appellierte an alle Menschen in der Region, insbesondere ihre Altersvorsorge gemeinsam mit einem qualifizierten Berater zu überprüfen. Prognosen für die Entwicklung mancher Anlagen, die vor Jahren gemacht wurden, seien aufgrund der Niedrigzinspolitik der Zentralbank oft nicht mehr realistisch. Das außerbilanzielle Anlagevolumen der Kreisverbandsbanken wuchs um 5,9 Prozent auf 2.136 Mio. Euro. Die bilanziellen Einlagen legten um 3,6 Prozent auf 3.553 Mio. Euro zu. Dass sich auch hier das Wachstum gegenüber dem Vorjahr erhöht hat zeigt, wie wichtig Sicherheit weiterhin für die Kunden ist.

Aus der Region für die Region
„Als Regionalbanken sehen wir uns in der Pflicht, die Region und die Menschen vor Ort zu unterstützen und einen Teil unseres Erfolges zurückzugeben“, betont Hubert Kamml. Im Geschäftsjahr 2015 wurden von den Genossenschaftsbanken 1,3 Mio. Euro für Spenden- und Sponsoringmaßnahmen in den Bereichen Soziales, Bildung, Sport und Kultur zur Verfügung gestellt. Die Volksbanken und Raiffeisenbanken in Stadt und Landkreis Rosenheim beschäftigen insgesamt 1.140 Mitarbeiter. Mit 130 Auszubildenden liegt die Quote von 11,4 Prozent über dem bayernweiten Schnitt von 8,1 Prozent.

Die fünf Banken haben insgesamt 26,3 Mio. Euro Steuern im Jahr 2015 bezahlt. Damit gehören sie zu den soliden und großen Steuerzahlern in Stadt und Landkreis Rosenheim. Im Rahmen von Renovierungs- und Instandhaltungsarbeiten in den Filialen und die Inanspruchnahme von Dienstleistungen konnten Aufträge in Höhe von 6,2 Mio. Euro in der Region vergeben werden.

Zukunft der Region sichern
Bezugnehmend auf die weitere Entwicklung waren sich die Vorstände einig, dass die Belastungen durch die Regulierung zunehmen. Die enge Verbindung zum Mittelstand und das solide Geschäftsmodell der Banken ermöglichen dennoch einen positiven Blick in die Zukunft. Die Banken investieren weiter in Kundennähe. Neben dem dichten Geschäftsstellennetz werden die digitalen Leistungen ausgeweitet. Dazu gehört das neue Online-Bezahlverfahren paydirekt, für das auch in der Region Händlerkunden gewonnen werden konnten.

Die Volksbanken und Raiffeisenbanken in Stadt und Landkreis Rosenheim sind im Jahr 2015 weiter gewachsen

Von Links:
Hubert Kamml, Volksbank Raiffeisenbank Rosenheim-Chiemsee eG
Christian Weber, Raiffeisenbank Oberaudorf eG
Christian Trattner, Raiffeisenbank Aschau-Samerberg eG
Werner Strasser, Raiffeisenbank Tattenhausen-Großkarolinenfeld eG
Ulrich Maier, Raiffeisenbank Griesstätt-Halfing eG

Weitere Informationen

Kreisverband

Interessenvereinigung der Volksbanken und Raiffeisenbanken in Stadt und Landkreis Rosenheim.

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