Betrug auf Kleinanzeigen: Auf diese Warnzeichen sollten Sie als Verkäufer achten
Der private Verkauf über Online-Kleinanzeigen wie Kleinanzeigen, eBay, Facebook Marketplace oder Vinted ist praktisch, aber leider auch ein lukratives Ziel für Betrüger. Immer häufiger werden Verkäufer mit professionell wirkenden Betrugsmaschen konfrontiert, die darauf abzielen, an sensible Daten zu gelangen oder Schadsoftware zu installieren. Leider teilen uns immer wieder Kundinnen und Kunden mit, dass sie Opfer einer solchen Betrugsmasche geworden sind.
Wir arbeiten in solchen Fällen immer auf Hochtouren, um zu helfen, betrügerische Zahlungen zu filtern und den Schaden zu begrenzen. Leider kann man im Nachhinein oft nur noch wenig ausrichten. Daher ist es wichtig, bereits vorher die Mechanismen und Warnzeichen eines Betrugs auf Kleinanzeigen und anderen Plattformen zu kennen, damit es erst gar nicht dazu kommt.
Dieser Beitrag zeigt Ihnen:
- wie die gängigsten Betrugsmaschen funktionieren
- welche Warnsignale Sie unbedingt beachten sollten
- wie Sie sich mit dem Online-Schutzpaket Ihrer meine Volksbank Raiffeisenbank zusätzlich absichern können
Was ist Betrug auf Kleinanzeigen und anderen Plattformen?
Beim Verkauf über Kleinanzeigen versuchen Kriminelle, Verkäufer unter Druck zu setzen, auf gefälschte Websites zu locken oder Zahlungsdaten abzugreifen. Manche Maschen wirken auf den ersten Blick seriös – mit professionell gestalteten Fake-Seiten, QR-Codes oder angeblichen „Sicher bezahlen“-Funktionen.
Das Ziel der Täter ist fast immer gleich:
Zugang zu Ihren sensiblen Daten oder Ihr Geld – ohne eine echte Zahlung zu leisten.
Ablauf typischer Betrugsmaschen
Die Kreditkarten-Falle
Ein Kaufinteressent behauptet, eine Zahlung sei fehlgeschlagen und schickt einen Link zur angeblichen Korrektur. Dieser führt zu einer gefälschten Zahlungsseite. Dort sollen Sie Ihre Kreditkartendaten eingeben.
→ Ziel: Die Betrüger sammeln Ihre Kreditkartendaten und missbrauchen sie.
Die QR-Code-Masche („Quishing“)
Sie erhalten ein Bild mit einem QR-Code als angebliche Zahlungsbestätigung. Beim Scannen landen Sie auf einer gefälschten Website, die sensible Daten abfragt.
→ Ziel: Abgreifen von Kreditkarteninformationen oder persönlichen Daten.
Die „Sicher bezahlen“-Falle
Ein Interessent will über eine vermeintlich sichere Zahlungsfunktion bezahlen. Kurz darauf erhalten Sie eine Nachricht mit einem Link zu einer täuschend echten Fake-Website.
→ Ziel: Sie geben Ihre Kreditkarten- oder PayPal-Daten ein und ermöglichen Missbrauch – Rückbuchung meist ausgeschlossen
Missbrauch des PayPal-Käuferschutzes
Manche Käufer bezahlen mit PayPal-Käuferschutz und eröffnen nach Erhalt der Ware einen Beschwerdefall.
→ Risiko: Im schlimmsten Fall verlieren Sie sowohl Geld als auch Ware.
Tipp:
Filmen Sie, wie Sie das Paket verpacken, und ziehen Sie nach Möglichkeit eine zweite Person als Zeugen hinzu.
Auf diese Warnzeigen sollten Sie achten
Unbekannte Zahlungslinks oder QR-Codes
Die großen Plattformen verlangen niemals die Eingabe sensibler Bankdaten über externe Links. Werden Sie besonders aufmerksam, wenn Sie sich sicher authentifizieren sollen für eine zu erhaltende Zahlung, beispielsweise mit der VR SecureGo App. Das deutet darauf hin, dass Geld in die falsche Richtung fließen soll.
Übertriebene Eile oder Druck
„Bitte ganz schnell bestätigen, sonst klappt die Zahlung nicht.“ Solche und ähnliche Sätze sind ein klares Warnsignal: Sie sollen sich gar keine Gedanken darüber machen können, ob das Vorgehen zur Zahlung legitim ist oder nicht. Lassen Sie sich nicht unter Zeitdruck setzen.
Testzahlungen
„Um Ihnen das Geld schicken zu können, müssen wir Sie mit einer Testzahlung verifizieren“ – fallen Sie nicht darauf rein, so kann direkt Geld verloren gehen, auch wenn der Betrüger es anders darstellt.
Drohen mit Strafzahlungen oder Strafverfolgung
"Wenn Sie sich nicht verifizieren, wird eine Strafe/Steuer fällig und Sie machen sich strafbar“ – mit der Angst vor einer Geldzahlung oder rechtlichen Konsequenzen sollen Sie unter Druck gesetzt werden, unbedachte Klicks zu tätigen. Die Drohung kann sogar recht offiziell klingen, ist aber nur ein Weg, um Sie in Angst zu versetzen und das Vorgehen nicht zu hinterfragen.
Unrealistisch hohes Interesse
Der Käufer stellt keine Fragen zum Artikel, ist sofort kaufbereit und will den Kauf so schnell wie möglich über die Bühne bringen? Vielleicht meldet er sich sogar Sekunden nach der Erstellung der Anzeige? Seien Sie besonders aufmerksam!
Aufforderung zur Eingabe von Kreditkartendaten
Um eine Zahlung zu erhalten, müssen Sie niemals Ihre eigenen Kreditkartendaten preisgeben, schon gar nicht TANs oder andere sichere Authentifizierungen.
→ Ziel: Abgreifen von Kreditkarteninformationen oder persönlichen Daten.
Das Online-Schutzpaket Ihrer Volksbank Raiffeisenbank
Auch wenn Sie selbst vorsichtig sind, kann es im Online-Banking zu Missbrauch kommen, etwa durch Phishing, Schadsoftware oder manipulierte Transaktionen. Hier unterstützt Sie das Online-Schutzpaket Ihrer meine Volksbank Raiffeisenbank.
Leistungen im Überblick
✔ Ersatz von Vermögensschäden durch Missbrauch im Online-Banking bis zu 10.000 € pro Jahr
✔ Schutz bezieht sich auf das jeweils geschützte Konto. Viele unserer Kontomodelle haben das Online-Schutzpaket bereits inklusive, Sie können es aber immer dazubuchen.
Bedingungen für den Schutz durch das Online-Schutzpaket
Damit der Schutz greift, sind folgende Punkte wichtig:
- Aktueller Virenschutz: Halten Sie Ihre Virensoftware stets auf dem neuesten Stand.
- Polizeiliche Meldung: Melden Sie einen Vermögensschaden durch Online-Betrug immer bei der Polizei.
- Sofortige Kontaktaufnahme: Informieren Sie Ihre Volksbank bei einem Schadensfall umgehend und lassen Sie das Online-Banking sperren.
Weitere Informationen finden Sie hier:
https://www.vb-rb.de/service/sicherheit/online-schutzpaket.html
Was tun bei Betrugsverdacht?
Wenn Sie sich unsicher sind, ob Sie es mit einem Betrüger zu tun haben oder bereits Opfer eines Betrugs geworden sind, nehmen Sie unbedingt Kontakt auf – direkt mit der Polizei und mit Ihren Ansprechpartnern bei uns in der Bank. Gerne helfen wir dabei, einzuordnen, ob der gewählte Zahlungsweg sicher erscheint oder ob Sie besonders vorsichtig sein sollten.
Mehr Informationen zu aktuellen Betrugsmaschen finden Sie hier.
Vereinbaren Sie einfach einen Termin oder besuchen Sie uns in einer unserer Geschäftsstellen! Wir freuen uns auf Sie.
Redaktion #desismeiBank-Magazin
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