Die Zwanziger sind die Zeit der großen Pläne. Der erste Job, die erste eigene Wohnung, Reisen mit Freunden, Festivals, vielleicht ein Studium oder eine Ausbildung. Das Leben spielt sich im Hier und Jetzt ab. Verständlicherweise denken dabei die wenigsten an ihre Rente. Doch genau darin liegt oft ein Denkfehler. Denn beim Vermögensaufbau ist Zeit häufig wertvoller als hohe Sparraten. Wer früh beginnt, kann einen Effekt nutzen, dessen Bedeutung viele erst Jahre später erkennen: den Zinseszinseffekt. Für Martina Theil, Vertriebsberaterin für Investmentfonds und zertifizierter Business Coach, steht deshalb fest: „Jedes Jahr, das man früher mit dem Investieren beginnt, ist ein wertvolles Jahr für die spätere Vermögensentwicklung.“
Wie groß dieser Unterschied tatsächlich sein kann, zeigt ein einfaches Beispiel: Wer über einen Zeitraum von 45 Jahren monatlich 100 Euro investiert und dabei eine durchschnittliche Verzinsung von sechs Prozent erzielt, kann am Ende auf rund 263.000 Euro kommen. Die eigenen Einzahlungen betragen dabei lediglich 54.000 Euro. Wird der Einstieg dagegen um fünf Jahre verschoben, werden zwar nur 6.000 Euro weniger eingezahlt, das Endvermögen fällt jedoch um rund 71.000 Euro geringer aus. Martina Theil bringt es auf den Punkt: „Wer fünf Jahre später startet, muss statt 100 Euro bereits rund 137 Euro monatlich investieren, um das gleiche Ergebnis zu erreichen. Die eigenen Einzahlungen steigen dadurch von 54.000 auf 66.000 Euro. Das bedeutet: Für lediglich 6.000 Euro zusätzlichen Konsum in den ersten fünf Jahren sind später 12.000 Euro mehr Eigenleistung erforderlich.“
Deshalb gilt für sie eine einfache Regel: „Je früher man beginnt, desto größer sind die Chancen, vom Zinseszinseffekt zu profitieren.“