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Kapitalmarktrückblick 2026

Kapitalmarktrückblick 2026

Ein starker Jahresauftakt, überraschende Marktverschiebungen und ein geopolitischer Konflikt mit globalen Folgen: 2026 hat die Kapitalmärkte bereits früh auf die Probe gestellt. Während Investoren zunächst von stabiler Konjunktur und guten Unternehmenszahlen profitierten, änderte sich das Umfeld mit der Eskalation im Nahen Osten abrupt. Welche Kräfte die Märkte bewegt haben – und was das für Anleger bedeutet –, zeigt der folgende Kapitalmarktrückblick.

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Kursverluste an den Aktien- und Rentenmärkten durch Iran-Konflikt

Eine robuste Verfassung der Weltwirtschaft sowie gute Unternehmensberichte für das vierte Quartal 2025 haben für einen positiven Start der Kapitalmärkte in das Jahr 2026 gesorgt. An den Aktienbörsen kam es unter der Oberfläche zu einer starken Rotation von Wachstums- in Substanzaktien, die unter anderem von Sorgen um mögliche Disruptionen von Geschäftsmodellen durch Künstliche Intelligenz getrieben war. Im Zuge dessen kamen auch einige der US-Technologieschwergewichte und vor allem Software-Firmen unter Druck, sodass die US-Indizes deutlich hinter dem Rest der Welt zurückblieben. Von dieser Rotation profitierten vor allem auch die asiatischen Technologiewerte, deren Produkte für die weitere Entwicklung von Künstlicher Intelligenz und Digitalisierung unentbehrlich und deren Aktien im Vergleich zu den US-Pendants deutlich günstiger bewertet sind.

Waren die Kapitalmärkte in den ersten Wochen des Jahres bezüglich der von US-Präsident Donald Trump angezettelten (geo-) politischen Ereignisse (Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro in einer Kommandoaktion von US-Spezialeinheiten, Säbelrasseln um Grönland, Entscheidung des Supreme Courts gegen die US-Importzölle) immun, führte die Eskalation des Konflikts zwischen Israel und den USA auf der einen und dem Iran auf der anderen Seite zu einem deutlichen Rücksetzer mit einer steigenden Volatilität. Durch die Sperrung der Straße von Hormus kamen die Ölexporte aus dem Nahen Osten nahezu zum Erliegen und ließen den Ölpreis kurzzeitig auf knapp 120 US-Dollar pro Fass für die Sorte Brent steigen. 

Anzahl geopolitsicher Krisenherde nimmt zu

Ein Produktionsstopp in Katar sorgte für einen massiven Anstieg der Gaspreise. In Befürchtung einer steigenden Inflation und möglicher Zinsanhebungen der Notenbanken zu deren Bekämpfung zogen die Renditen kurzlaufender Staatsanleihen deutlich an, die Laufzeitprämien sanken. An den Aktienbörsen wurden die im bisherigen Jahresverlauf aufgelaufenen Gewinne wieder abgegeben, nur in Japan und den Emerging Markets verblieb noch ein Teil davon. Gold und der US-Dollar waren zunächst als sichere Häfen gesucht. Aussagen von Donald Trump, dass der Konflikt bald beendet sein werde, und die Aussicht auf Freigabe eines Teils der strategischen Ölreserven der G7-Staaten sorgten Mitte März kurzzeitig für eine Beruhigung an den Kapitalmärkten und ließen den Ölpreis wieder unter die Marke von 90 US-Dollar pro Fass sinken. Da die Kampfhandlungen dennoch weitergingen und der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus bis zum Ende des Quartals noch nicht wieder aufgenommen werden konnte, zogen die Preise von Öl und Gas erneut an. Vor allem den vom Öl aus dem Nahen Osten besonders abhängigen asiatischen Staaten drohen schon bald wirtschaftliche Einbußen, wenn die Versorgung nicht zügig wieder hergestellt werden kann. An den Rentenmärkten setzte sich der Renditeanstieg fort, die Aktienmärkte und auch der Goldpreis gaben deutlich nach.

Kapitalmarktausblick

Iran-Konflikt bleibt Zünglein an der Waage für den Ausblick

Das weitere Kapitalmarktjahr 2026 steht unter gemischten Vorzeichen. Der Konflikt um den Iran dürfte in den kommenden Wochen das Geschehen an den Kapitalmärkten noch maßgeblich beeinflussen, insbesondere über die Preise fossiler Energieträger. In unserem Basisszenario, dem eine zeitnahe Beendigung des Konfliktes mit Öffnung der Straße von Hormus zugrunde liegt, sollte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in den USA 2026 um 2,5 Prozent wachsen. Die Inflation dürfte auf das Jahr gesehen bei 3,3 Prozent liegen. Im Euroraum rechnen die Volkswirte von Union Investment mit einem BIP-Plus von 1,2 Prozent, wobei Deutschland von einem kräftigen Fiskalimpuls profitieren sollte. Die Teuerung in der Eurozone dürfte durch die erhöhten Energiekosten 2026 bei 2,6 Prozent liegen. Trotz des Inflationsanstiegs sollte die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) infolge des politischen Drucks ihre Geldpolitik 2026 lockerer ausrichten als fundamental gerechtfertigt wäre, und die Leitzinsen ab dem Sommer um insgesamt 50 Basispunkte senken. Im Euroraum sollte die Europäische Zentralbank (EZB) aufgrund der niedrigeren Inflation geldpolitisch an der Seitenlinie bleiben und könnte 2027 in den Zinserhöhungszyklus wechseln.

Anzahl geopolitsicher Krisenherde nimmt zu

Mit einer Beruhigung im Iran-Konflikt sollten die Zinsstrukturkurven weiterhin die Möglichkeit von Roll-Down-Erträgen bieten, gerade im mittleren Laufzeitbereich. Spreadprodukte wie Covered Bonds, Peripherie- und Unternehmensanleihen als Beimischung sind aus Rendite- und Bewertungsaspekten interessant. Auf Euro lautende Rentenpapiere dürften zudem stärker in den Fokus internationaler Anleger geraten, die ihr Portfolio weg aus dem US-Dollar diversifizieren möchten. Die Aktienmärkte sind durch ein anhaltendes Gewinnwachstum 2026 gut unterstützt. Aufgrund des hohen Gewichts von KI-bezogenen Aktien bleiben das Thema und die damit verbundenen Investitions- und Gewinnerwartungen wichtige Treiber, aber die Titelselektion dürfte mit einem zunehmend kritischeren Blick der Investoren auf die finanzierten Projekte wichtiger werden. Da sich durch die Konjunkturbelebung die Schere zwischen dem hohen Gewinnwachstum von KI-nahen Unternehmen und der breiten Wirtschaft langsam schließt, dürfte eine Diversifikation in ausgesuchte Industrie-, Logistik- und Dienstleistungstitel Chancen bieten, gerade in Europa aufgrund der Fiskalpakete. Angesicht der anhaltend hohen geopolitischen Unsicherheit und der temporär höheren Inflation, die als Folge der aktuell stark gestiegenen Preise für fossile Energieträger zu erwarten ist, sollten defensive, dividendenstarke Titel ebenfalls gefragt sein.

Bei den Rohstoffen bleibt die Lage im Iran beherrschend für die Preisentwicklung. Je länger die Straße von Hormus unpassierbar ist und je mehr Produktionsanlagen beschädigt werden, desto nachhaltiger dürften die Auswirkungen durch Produktionsstilllegungen auf die Öl- und Gaspreise wirken. Im Metallbereich bleibt Kupfer attraktiv, das im Umbau der Wirtschaft zu mehr Energieeffizienz und Umweltfreundlichkeit unentbehrlich ist.

Die fragile politische Lage macht das Denken in Szenarien im Investmentprozess wichtiger, auch wenn diese nicht absolut gegen unerwartete Marktreaktionen schützen können. Sollte der Konflikt im Nahen Osten deutlich länger dauern und in der Folge die Energiepreise längere Zeit erhöht bleiben, ist vor allem im Euroraum mit einer spürbaren Wachstumsverlangsamung zu rechnen und die Inflation dürfte sowohl dies- als auch jenseits des Atlantiks deutlich über der Vier-Prozent-Marke liegen. Die erwarteten Leitzinssenkungen in den USA dürften dann ausfallen und die EZB sollte dann noch in diesem Jahr zwei bis drei Zinserhöhungen beschließen. Aus diesem Umfeld ergäbe sich für die Kapitalmärkte ein geringeres Potenzial im weiteren Jahresverlauf.

Die Stärke breit aufgestellter Portfolios

Die ersten Monate des Jahres 2026 haben gezeigt, dass ein breit aufgestelltes Investment in Multi-Asset-Lösungen sehr gut geeignet ist, um das Kapitalmarktrauschen zu reduzieren sowie sinnvoll Chancen zu nutzen. Unsere Kapitalmarktthesen bleiben unverändert, dennoch gewinnt die taktische Steuerung weiterhin an Bedeutung. Rohstoffe zeigen sich als wertvolle Stabilitätsfaktoren, besonders in volatilen Marktphasen.

Aktien:

  • Strategisch erhöhte Gewichtung in Schwellenländern ist ein zentraler Treiber.
  • US-amerikanische Small- und Micro-Cap-Aktien entwickeln sich stark.

Anleihen:

  • Staatsanleihen aus Schwellenländern bieten positive Impulse.
  • Europäische Staats- und Unternehmensanleihen zeigen derzeit keine Aufwärtssignale.

Rohstoffe:

  • Energierohstoffe sorgen für einen deutlich positiven Diversifikationseffekt.
  • Emissionsrechte entwickeln sich schwach.

 

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